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Fremdwort oder Deutsch?

Wird Deutsch durch Denglisch ersetzt? Wer sich mit der modernen Sprache von Wirtschaft und Technik befasst, könnte es fast annehmen. Schlagwörter der Managementtheorie breiten sich aus wie Computerviren. Werden Übersetzer bald arbeitslos sein? Eher nicht, denn fremdsprachliche Wortschöpfungen werden oft umgedeutet oder beliebig kombiniert, sodass sie mehr Übersetzungsprobleme auslösen als normales Deutsch.

Die magische Resonanz der englischen Wirtschaftssprache führt zu Schwierigkeiten, wenn man Denglisch ins Englische übersetzt. Was als Fremdwort gut wirkt, kann ziemlich platt klingen, wenn es in die Heimat zurückkehrt. Dazu kommt noch das Problem, dass Buzzwords seltsame Blüten treiben, wenn sie falsch verwendet werden. So steht der Sammelbegriff Corporate Governance in den Augen einiger deutschsprachiger Autoren für eine Art Wunderwaffe. Auf Englisch ist der Terminus wertneutral. Ein Corporate Governance kann nicht von der Stange gekauft werden.

Erfundenes Englisch stellt auch Fallen. Es mag sein, dass Ihr Good Sell Model die heimischen Verkäufer motiviert, aber es ist eben nicht Englisch und das neue Marketingprogramm muss im Ausland anders benannt werden.

Der Versuch, alles auf Deutsch auszudrücken, führt auch zu Unverständlichkeit. Übersetzer und Leser können z.B. wenig mit Weichware anfangen.